Re: Didgeridoo und Schamanismus


[ Forum: Didgeridoo Allgemein ]


Geschrieben von David Lindner am 14. Februar 2006 01:09:12:

Als Antwort auf: Re: Didgeridoo und Schamanismus geschrieben von stefan am 08. Februar 2006 14:16:34:

Hallo Stefan,

danke für deinen interessanten Link zum Thema Schamanismus. Eine recht informative Seite, wie mir scheint, nur ein sehr akademisches Deutsch, was sich der Herr Professor Doktor da abringt. Das ist lange her, dass man mit vielen Fremdwörtern Eindruck schinden konnte.

Es gibt nur wenige Autoren, die im Zusammenhang mit dem Schamanismus das Wort Religion benutzen. Die Verbindung von Religion mit Schamanismus lässt vermuten, dass der Autor womöglich selbst keine Erfahrung mit dem schamanischen Arbeiten hat, Schamanismus ist keine Religion.

Durch dein Posting hast Du öffentlich auf mein Seminarangebot reagiert. Wenn Du mir persönlich geschrieben hättest, wie es viele interessierte Menschen tun, dann hätten Dich diese Zeilen auch persönlich und ein kleines bisschen freundlicher erreicht, doch so versuchst Du direkt meine Seriosität in Frage zu stellen und ich möchte Dich dringend bitte, darauf in Zukunft zu verzichten, wenn Du nicht bereit bist, die Folgen zu tragen. „Irreführend“ bezieht sich auf mein Angebot und Du unterstellst mir somit unseriöses Verhalten. An Deiner Stelle würde ich das nicht noch einmal tun.
Selbst wenn Du ausgiebige Erfahrungen zum Thema Schamanismus und Didgeridoo hättest, wäre es sinnvoll, eine Kritik bei einem netten Telefongespräch durchzugehen, so fühle ich mich genötigt, zu reagieren.

Was ich am peinlichsten finde, ist die Tatsache, dass Du selbst gar keine Erfahrungen mit dem Schamanismus zu haben scheinst, sondern Deine Aussagen tatsächlich auf Literatur oder sogar nur benannte Webseite stützt.
Da die Grundlage deines Vorwurfes also offenbar angelesen zu sein scheint, während ich schon seit gut zehn Jahren zum dem Thema aktiv bei verschiedenen Lehrern und Lehrerinnen lerne, frage ich mich, was Dir eigentlich einfällt?

Was hier sicher die und den einen oder anderen interessieren könnte: Im Schamanismus werden Techniken der Bewusstseinsveränderung- und reise genutzt. Diese Techniken werden von vielen Schamanen unter Drogeneinsatz ausgeführt. Feldforschungen zeigten jedoch, dass längst nicht alle der indigenen Völker Drogen einsetzen.
Die meisten schamanisch Praktizierenden im Westen lehnen Drogenkonsum zumindest bei der konkreten schamanischen Arbeit ab.

Das schamanische Reisen und das Arbeiten nach Prinzipien des Schamanismus, die sich weltweit bei indigenen Völkern stark ähneln, lassen sich mit etwas Geduld lernen. Ich finde sogar, es lässt sich leichter lernen als Autogenes Training (Ich bin auch Ausbilder für Autogenes Training).

Für dieses Reisen werden interessanterweise gerne Klänge eingesetzt. Diese Klänge sind stets nur Hilfsmittel für die schamanische Bewusstseinsreise und individuelle Ausdrucksform verschiedener schamanischer Kulturen und Methoden.

Die Foundation for Shamanic Studies www.fss.at unterscheidet sehr streng zwischen den Schamanen und schamanisch Praktizierenden. Der Schamane kann nur in einer schamanischen Kultur vorkommen, so die Aussage. Wir leben in einer nicht-schamanischen Kultur, folglich gibt es keine Schamanen. Eine alternative Formulierung der Foundation wäre: „Wir praktizieren Heilmethoden nach schamanischen Techniken“ oder „Wir machen Heilarbeit nach dem schamanistischen Weltbild“ oder so in der Art. Ich habe allerdings das Gefühl, diese Unterscheidung erfolgt auch, um sich gegenüber den doch recht zahlreichen „Neo-Schamanen“ abzugrenzen, die den Schamanismus nutzen, um sich selbst zu helfen und als „Meister“ oder „Superstar“ dieser Heilmethode schnell an die Herzen und Geldbörsen der Menschen zu kommen.

Es gibt Definitionen für den Begriff Schamanismus, die Herausstellen, das Schamanismus sich durch den Anspruch der Heilarbeit definiert und das gefällt mir ganz gut, sagt er doch, dass Du Schamane wirst durchs Helfen. Also bist Du nicht automatisch ein Schamane, nur weil Du lernst, schamanische Techniken zu nutzen. Man kann die Techniken auch nutzen, zum Beispiel um Klarheit über wichtige Lebensfragen zu gewinnen, oder um in beruflich verzwickten Situationen Beistand zu erhalten.

Das ein Didgeridoo nicht zum schamanischen Arbeiten taugt, diese Aussage kann nur von einem schamanisch Praktizierenden kommen, der kein Didgeridoo spielt oder so auf die eher üblichen Trommelrhythmen trainiert ist, dass er das Didgeridoo nicht mag.
Tatsächlich ist es so, dass für viele Übende einige Erfahrung notwendig ist, um mit dem Didgeridoo eben so gut praktizieren zu können, wie meinetwegen mit einer Trommel. Aus diesem Grunde lernen wir in meinem Seminar auch erstmal mit der Trommel und probieren dann das Didgeridoo aus – wenn die TeilnehmerInnen schon einige Erfahrungen gesammelt haben.

Man kann auch ganz ohne Klangunterstützung schamanisch arbeiten.

Das Didgeridoo ist in meiner Erfahrung ein weit dynamischeres Hilfsmittel für die Bewusstseinsreise, als die Trommeln – diese Dynamik ist nicht jedermanns Sache.

Wer aber behauptet, Didgeridoo und schamanisches Arbeiten gehe nicht miteinander, der hat scheinbar keine oder keine erfolgreiche Erfahrung, redet aber über diese und hält sie für die einzige Möglichkeit, die es gibt. Das alleine ist schon ziemlich unklug, dabei noch andere Erfahrungen als Irrung zu bezeichnen, ist dumm.

Viele Didger bewegen sich in schamanische oder auch nichtalltägliche Wirklichkeiten, oft ohne zu wissen, was sie da tun. Was ist schon dabei, ist doch cool – ganz zwanglos betreten viele unentdecktes Land! Ich habe es auch getan, bevor ich lernte, was ich da tue.

In den vergangenen 10 Jahren habe ich mich wohl mit weit über 1000 Didgeridoo-Menschen ausgetauscht und sehr viele gehen unbewußt in diese Wirklichkeit, wenn sie spielen oder zuhören. Es gibt gar keinen Grund, Angst zu haben. Viel schöner ist es, sich zu freuen, dass da noch Erfahrungen auf den oder die warten, die Lust darauf haben, sich ihren Zweifeln und Hoffnungen zu stellen.

Wenn man aber Andersdenkende sofort verbannt und das mit Hilfe „gelehrter“ Aussagen von wo auch immer, dann setzen wir die Tradition der „heiligen Inquisition“, mit Hexenverbrennung und pseudowissenschaftlicher Verfolgung Andersdenkender fort.

Das Didgeridoo eignet sich hervorragend, um sich die schamanistische Wirklichkeit zu erschließen. Und man wie frau kann durchaus während eines Wochenendseminars, wie ich es im August 2006 anbiete (www.traumzeit-verlag.de), den Zugang zu schamanischen Wirklichkeit erlernen.
Das gelingt nicht bei allen Seminarteilnehmern – doch es wird auch den meisten Didgelehrern nicht an einem Wochenende gelingen, absolut jedem Teilnehmer die Zirkulieratmung beizubringen – der Hinweis ist also im Grund müßig.

Wer Gegenteiliges behauptet, der möge doch bitte mit eigenen Erfahrungen aufwarten und so eine Diskussion anregen und nicht wie Sean Connery in „The Untouchables“ so schön sagt: „ … mit ´nem Messer zu eine Schießerei kommen“ und mich nicht der Irrung bezichtigen, wenn er keinen Plan von dem hat, wovon er redet.


>irreführend, didge spielen und schamanismus zusammenzubringen. zumal man schamanismus nicht einfach so erlernen kann. durchaus vorstellbar sich beim didge blasen in trance zu spielen, das hat aber noch nichts mit schamanismus zu tun.
>http://www.schamanismus-information.de/schamanismus/zeuge_alter_kultur.html





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