Re: Gema - Gebühren
[ Forum: Didgeridoo Allgemein ]
Geschrieben von Mad Matt am 18. Februar 2006 11:29:05:
Als Antwort auf: Re: Gema - Gebühren geschrieben von Torsten am 17. Februar 2006 20:30:38:
>So musste in unserem Ort ein Geschäft seine Musikanlage abbauen, mit der es seine Laufkundschaft einfach nur unterhalten wollte.
>Gruß
>Torsten
Grüß Euch,
na das Geschäft "musste" die Anlage wohl abbauen, um die Kosten für die GEMA zu vermeiden. ;-)
Wie auch immer ich selbst als Musiker zur GEMA stehe (ich finde das Verteilungssystem aus den alten Zeiten, als noch viele Musiker repräsentiert waren, nicht zeitgemäss), sehe ich eine solche Aussage wie die von Torsten doch kritisch. Er wollte "nur sein Publikum unterhalten".
Faktisch sieht es doch so aus.
Musik ist der letzte Dreck, ein Musiker ist fast so wenig angesehen wie ein Penner.
Ausser, wenn die Musik fehlt.
Wo wären bei einem Stadtfest all die Würstchenstände, wo die Marktstände, wo die Fahrgeschäfte und Losbuden, wenns keine Musik dabei gäbe ?
Nächstes Jahr nicht mehr da !
Weil keiner der Gäste lange genug bliebe, um überhaupt Hunger und Durst zu bekommen.
Weil es nicht schön ist ohne Musik, nicht gemütlich, nicht lustig.
Dann offenbart das Marktfest seine Fratze, dann sieht jeder, dass es da nur um Kohle geht, und dann ist einem der Spass verhagelt.
Das Gleiche gilt für Geschäfte: Je gemütlicher es da ist, desto länger bleiben die Leute, desto eher kaufen sie was.
So ist Musik eigentlich die Grundvoraussetzung für Wohlfühlen in bestimmten Situationen, und kann gesteuert eingesetzt werden, zum Nutzen aller. Der Esoladen und Kunsthandwerksladen lässt indische oder Ambient Musik laufen, (als Gemütlickeitsverstärker vielleicht ein Räucherstäbchen), der hippe Klamottenladen lockt mit trendy humpf humpf Beats usw.
Nicht weil dem Shopleuten die Musik am besten gefällt, sondern weil sie eine bestimmte Kundschaft damit anlocken wollen.
Ohne Mucke ginge da gar nichts.
Denkt mal drüber nach, und über die stehende Redewendung "Brotlose Kunst".
In meinem Verständnis wollte der Ladenmann von Torsten nicht die Kunden ein bisschen unterhalten, sondern mit der Leistung anderer Leute ein bisschen mehr Geld verdienen. Natürlich ohne was dafür zu zahlen, ist doch nur Musik.
Liebe GRüße,
Matthias
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