Re: Didgeridoo und Schamanismus
[ Forum: Didgeridoo Allgemein ]
Geschrieben von David Lindner am 20. Februar 2006 11:22:40:
Als Antwort auf: Re: Didgeridoo und Schamanismus geschrieben von alfred.tengler am 16. Februar 2006 13:51:47:
Hi Alfred,
du hast da völlig Recht.
Es war ein Tropfen fürs überlaufende Faß und mit meinem überschäumendem Temperament und meiner Freude an leicht unkultivierten Streitereien, sollte ich mir das echt sparen, Postings zu schreiben, zumal der Anlaß echt nur der Tropfen war.
Tatsächlich rührt die große Empfindlichkeit nicht aus Souveränität, sondern aus besonderer Verletztlichkeit und Traurigkeit her. Der Schamanismus hat die womöglich beispielloseste Verfolgung und Ausrottungsgeschichte der Menschheitsgeschichte und sie findet jeden Tag weiter statt und das betrifft mich, der ich diesen Weg gehe, doch auch ziemlich oft und nachhaltig – in der praktischen Arbeit. Nicht selten wird man als Ketzer behandelt. Da stehe ich leider noch nicht drüber und ich kann leider auch nicht im Stillen arbeiten. Ich kenne etliche Ärzte, die arbeiten in Kliniken insgeheim schamanisch, aber die würden sofort verbrannt, käme es raus!
Meine Ausschreibung war klar „spitz“ formuliert und es wurde spitz reagiert. Ich stehe natürlich zu meiner Aussage – auch zu dem Anhang, daß Leute, die „nur“ technisch spielen, sich eine gewisse Dimension der Wirkung nicht erschließen. Das „nur“ ist natürlich quantitativ nicht qualitativ.
Beim Didgeridoo kann sich schon der erfolgreiche Einsteiger, noch lange kein technisch guter Spieler, die Tore in die Anderswelt aufspielen und sich damit eine weitere Technik erschließen.
Wie gesagt, ich würde ja nicht andere Spieler wie Ansgar fördern oder soviel für die Verbreitung der Baukunst tun, wenn ich einen mir nicht eigenen Stil oder Ansatz als minder gut einstufen würde – wenn dieses Missverständnis durch meinen zugegeben platten Vorstoß (soviel zur Sprachgewandheit :-( erzeugt wurde, so sei er hiermit - wie in den vorherigen Postings schon klargestellt - nochmals relativiert.
Viele der schamanisch aktiven Didger sind überhaupt nicht in Foren und der „Didgeridooszene“ aktiv – erst recht nicht in Diskussionen. Sie fürchten die „Szene“ oft wie die Pest. Mir scheint, die unterschwelligen Spottszenarien, tun da voll ihre Wirkung. Damit blockieren wenige Spötter die Chance, neue Dimensionen des Spiels auf breiterer Ebene in die Didgeridoo-Gesamtkultur einzubringen. Auch das macht mich so betrübt, weil ich weiß, wie viele hier unterwegs sind, die gerne würden, aber sich nicht so recht trauen und sich zudem sehr stark von Sprüchen über "angstfreies Töpfern" verunsichern lassen, die privaten Mails erzählen davon. Danke hierfür.
Als Autor sollte ich dennoch wirklich besser aufpassen. Niemanden halte ich für "Minderbemittelt" und wenn ich den Eindruck erweckt habe, so tut mir das ausgesprochen leid und es stimmt natürlich nicht, es würde ja meine ganze Arbeit ad Absurdum führen.
Umberto Eco sagte mal (sinngemäß): "Wenn ich für ein Buch 1000 gute Kritiken bekomme, dann freue ich mich über diese nicht ännähernd so, wie ich mich über eine schlechte, und wie ich finde unberechtigte, Kritik ärgere"
naja, so in etwa
>Hallo David,
>mit großem Interesse habe ich deine Ausführungen oder eher Verteidigungsreden zum Schamanismus gelesen. Ich finde es in sich ineterssant und spannend, was du da schreibst, frage mich aber doch, warum du dich so ins Zeug legst und mit den Drohungen schießt du meiner Meinung nach übers Ziel hinaus - und hinterläßt bei mir einen unangenehmen Eindruck. Du nimmst das dann ein Stück weit wieder zurück, doch habe ich mich gefragt: Warum schläft er dann nicht ne Nacht drüber, bervor er so losbollert? Und es bleibt für mich die Frage, warum du derartig angefasst reagierst. Da fiel mir schon der andere Hundespruch ein: "Getroffene Hunde bellen." ... aber sie beißen nicht, wie du selber schreibst. Also warum erst bellen? Irgendwie mußt du dich doch ganz schön angegriffen fühlen? Ich unterstelle mal, dass du seriös arbeitest, dich die Vorwürfe, die man gegen falsche Gurus haben kann, also nicht wirklich treffen. Es würde also genügen zu sagen, dass du kein Guru sein möchtest.
>Umgekehrt geht es mir so, dass ich dein ursprüngliches Schreiben, mit dem du Reklame für dein Seminar machst, auch nicht ganz ohne versteckte Angriffe finde.
>>Das Didgeridoo spielen können aber nicht wissen, was der Geist der Hörer macht oder auch der eigene, wenn man die Augen beim Spielen schließt ... das heißt technisch spielen können....
>Das klingt, als würde uns gewöhnlichen Didgeridoospielern etwas fehlen, fast so als wären wir geistig ahnungslos, minderbemittelt oder so - ich übertreibe jetzt ein bißchen, aber das tust du in deiner Reaktion ja auch. Du stellst uns als geistig unterbelichtete Techniker hin. Umgekehrt erweckst du den Eindruck, dass der schamanistische Zugang der Zugang zum Geist des Didgeridoos schlechthin sei. Dass sich Leute dagegen wehren, vielleicht auch mal mit spöttischem Unterton - warum wundert dich das so? Ich denke, dass es auch andere Zugänge gibt, ganz individuelle und solche, die man gmeinsam lernen kann oder vielleicht schon gelernt hat. Könnte doch sein, dass welche schon Meditation gemacht haben, sich mit Yoga beschäftigen oder was es sonst noch alles gibt, dem Geist in sich und in der Welt und im Didgerido auf die Spur zu kommen.
>Einen etwas entspannteren Umgang mit deinen Kritikern
>wünscht dir Alfred
Antworten: